Masterarbeit im Projekt BasiCALT

Im Rahmen des INGRAIN-Bündnisses sind bereits 17 Abschlussarbeiten entstanden. Eine davon ist die Masterarbeit von Mette Kollmer mit dem Titel „Einfluss von Nebenströmen als Substratbestandteil auf die ernährungsphysiologische Zusammensetzung und die Verbraucherakzeptanz von Pleurotus ostreatus“.

Die Arbeit befasste sich mit der Frage, wie Nebenströme aus der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sinnvoll als Substratbestandteil in der Pilzkultivierung genutzt werden können. Im Fokus stand dabei der Nebenstrom Erbse und dessen Potenzial für die Kultivierung des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus). Untersucht wurden unter anderem Ertrag, biologische Effizienz sowie ernährungsphysiologische und verbraucherbezogene Aspekte. Inhaltlich knüpfte die Arbeit eng an das INGRAIN-Projekt BasiCALT an, das sich mit der Revalorisierung regionaler Nebenströme durch den Einsatz von Speisepilzen beschäftigt.

Die Ergebnisse zeigen: Substrate mit getrockneten Erbsenanteilen weisen ein hohes Potenzial für die Kultivierung von Austernseitlingen auf. Im Vergleich zum Standardsubstrat konnten sowohl der Ertrag als auch die biologische Effizienz gesteigert werden. Besonders überzeugend war ein Substrat mit 50 Prozent getrockneter Erbse, das innerhalb der Versuchsreihe die höchsten Werte erzielte.

Auch ernährungsphysiologisch lieferten die Untersuchungen interessante Erkenntnisse. So beeinflusste die Zusammensetzung des Substrats unter anderem den β-Glucangehalt, den Proteingehalt und das Aminosäurespektrum der Fruchtkörper. Insbesondere stickstoffreiche Substratbestandteile wie Erbse können demnach dazu beitragen, den Proteingehalt der Pilze gezielt zu erhöhen.

Ergänzend wurde eine Verbraucherbefragung durchgeführt. Diese zeigte, dass Produkte aus auf Nebenströmen kultivierten Speisepilzen bislang zwar wenig bekannt sind, grundsätzlich aber auf hohe Akzeptanz stoßen. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und gesundheitliche Aspekte wurden als zentrale Kaufmotive genannt. Auch Pilze mit erhöhtem Proteingehalt stießen auf Interesse, sofern der Preis im Bereich herkömmlicher Pilze liegt und der Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher verständlich kommuniziert wird.

Die Masterarbeit verdeutlicht damit das Potenzial des Nebenstroms Erbse für die Kultivierung von Pleurotus ostreatus und zeigt zugleich, wie wissenschaftliche Abschlussarbeiten im INGRAIN-Bündnis praxisnahe Beiträge zur nachhaltigen Nutzung regionaler Nebenströme leisten können.